6 Kreuz

Vier flache Quader auf die Erde gelegt, dem Boden verhaftet, dazwischen ein neuer Raum, offen in alle Himmelsrichtungen und nach oben

 

Das Kreuz ist ein altes Symbol. Die Verwendung des Kreuzes geht zurück in die Steinzeit. In europäischen Höhlen finden sich Kreuze als älteste erhaltene Felsritzungen. Das Kreuz als geometrische Form steht für die vier Himmelsrichtungen. Die horizontale Linie weist auf die Erde hin, die vertikale Linie deutet auf den Himmel. Auch ausserhalb des Christentums erfuhr das Kreuz mannigfaltige Deutung.

 

Seit dem fünften Jahrhundert gilt das Kreuz als das christliche Symbol schlechthin. Angehörigen anderer Weltreligionen will dies nicht auf Anhieb einleuchten, denn ohne Zweifel war bei den Römern die Kreuzigung ein grausamer Vollzug der Todesstrafe. Christinnen und Christen verharmlosen diese Grausamkeit nicht und die Kreuze am Wegrand, in und auf den Kirchen, in der Kunst erinnern an das heutige unschuldige Leiden, das nach wie vor durch Menschen verursacht und von Menschen erlitten wird.

 

Christinnen und Christen blicken mit Sorge auf das Kreuz, der Blick geht jedoch hoffnungsvoll darüber hinaus. Der Hoffnungsüberschuss der Christinnen und Christen lebt von dem Glauben an eine veränderte, bessere Welt. Mit der Umdeutung des Kreuzes will der christliche Glaube keineswegs das Leiden verniedlichen, sondern ein hoffnungsvolles Zeichen gegen das Leiden setzen.

 

Die fünf beteiligten Künstler schufen ein offenes Kreuz mit Bodenhaftung. Auf den Quadern darf man sich ruhig niederlassen - sie sind durchaus als Sitzgelegenheit gedacht. Am Ende des Weges der Hoffnung darf man sich ausruhen, Sorge und Nöte beim Kreuz belassen und Freude und Hoffnung beim Weitergehen mitnehmen. Die letzte Station ist ein modernes Wegkreuz.

 

Text  :  Peter Schmid, Muttenz

 

Werk : Zusammenarbeit aller beteiligten Künstler

 

Gedanken von Jürg Bräker zu diesem Werk bei der Einweihung im Jahr 2000

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